Was ist das Internet Governance Forum und was sind seine Ziele?

Offener und gleichberechtigter Dialog
Das Internet Governance Forum (IGF) ist eine vom zweiten UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) von 2005 in Tunis geschaffene globale Plattform für einen freien Dialog zwischen allen Stake-holdern (Regierungen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, technische Community und Wissenschaft) über die Festlegung der Spielregeln im Internet (Internet Governance). Das IGF ist ein Experiment der UNO, das den üblichen zwischenstaatlichen UNO-Rahmen sprengt und alle Interessenvertreter (Stakeholder) als gleichwertige Diskussionspartner einbezieht. Es gibt keine Eintrittsbarrieren. Jeder kann das IGF mitprägen.

Erst verstehen – dann entscheiden
Die zu diskutierenden Themen werden in einem partizipativen Bottom-up-Prozess ausgewählt. Tabuthemen gibt es keine. Am IGF sollen bewusst keine Entscheidungen getroffen werden, sondern der interaktive Dialog soll allen interessierten Akteuren aus der ganzen Welt helfen, sowohl das Internet als auch die anderen Akteure im Internet besser zu verstehen. Zudem soll das IGF eine Katalysatorfunktion übernehmen und neue Ideen und Lösungsansätze sowie neue Partnerschaften hervorbringen. Es soll alle Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Technik und Wissenschaft befähigen, in ihrem täglichen Leben, beruflich und privat, besser informierte Entscheidungen zu fällen.

Global – regional – national
Seit dem ersten IGF von Athen 2006 findet die jährliche Konferenz jeweils im Herbst auf einem anderen Kontinent statt und wird jeweils von rund 1500 bis 2000 Teilnehmenden besucht. Seitdem haben sich spontan einige Dutzend nationale und regionale IGF-Strukturen gebildet. Allein in Europa gibt es inzwischen mehr als ein Dutzend nationale IGFs sowie seit 2008 den Europäischen Dialog zur Internet Governance (www.EuroDIG.org), der mittlerweile mit über 800 Teilnehmenden zum grössten IGF nach dem globalen gewachsen ist. Die IGF-Strukturen auf allen drei Ebenen – global-regional-national – sind miteinander vernetzt und ihre Diskussionen fliessen ineinander ein.

Interaktiver Dialog statt „Expertenpanels“
Die Gründung eines Schweizer IGFs folgt der Logik, die interessierten Stakeholder auch in der Schweiz zu einem interaktiven Dialog über brennende Fragen zur Internet Governance zusammen zu bringen. Die nächste Veranstaltung vom 19. Mai 2015 in Bern soll ein nationales IGF auch in der Schweiz etablieren, damit alle Interessierten ihre Anliegen einbringen und mit anderen Interessierten aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, und Wissenschaft austauschen können. Wie beim EuroDIG soll auch der Dialog am Schweizer IGF nicht in erster Linie durch „Experten“ auf einem Panel geführt werden, sondern möglichst alle Teilnehmenden des Anlasses gleichberechtigt einbeziehen.

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